Arno Geiger, Unter der Drachenwand
#1 Arno Geiger, Unter der Drachenwand
Arno Geiger, Unter der Drachenwand
Bin gerade fertig geworden. Musste das Buch in einem Rutsch durchlesen. Ging nicht anders.
Ich empfinde es als Meisterwerk. Sprachlich so ausgefeilt und trotz des gewaltigen Themas irgendwie leichtfüßig ...
Es geht um die Befindlichkeiten, Gedanken, Gefühle verschiedener Personen im letzten Kriegsjahr 1944.
Der junge Wiener Soldat Veit Kolbe verbringt nach einer Verwundung seine Rekonvaleszenz im Dorf Mondsee am Mondsee in Österreich. Seine Zimmernachbarin ist eine "Reichsdeutsche" junge Frau mit einem Säugling. Daraus entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die ich aber nicht als das Wesentliche an dem Buch empfinde.
Arno Geiger hat Tagebücher und Briefe, die wohl original aus der Zeit stammten einfühlsam bearbeitet und dazugestellt.
Zu Wort kommen neben Veit Kolbe auch die Mutter der Darmstädterin, die die Zustände dort in den Briefen schildert, der Gärtner aus dem Nachbarhaus, der sich um Kopf und Kragen redet, ein Wiener Jude auf der Flucht, der Hab und Gut sowie Familie verliert, ein Mädchen aus dem Verschickungslager und ihr Cousin, denen die Kindheit gestohlen wird und deren Liebe keine Chance hat, alles wird verwoben.
Mich beeindruckt, wie es Arno Geiger gelingt, die Seelenzustände der einzelnen Personen und die Einwirkungen, die der Krieg drauf hat, darzustellen und dem Leser ins Herz zu legen.
Die Kriegsvergangenheit der eigenen Eltern und Großeltern wird lebendig und man fragt sich, wie sie es psychisch überstanden haben.
Diese Zeiten DÜRFEN NICHT vergessen werden und ein absolut meisterhafter Beitrag dazu ist dieser Roman.
Hier ein Link mit einer offiziellen Rezension: https://www.zeit.de/2018/03/unter-der-dr...and-arno-geiger
Ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe. Es hat in mir das Verständnis für verschiedene Verhaltensweisen und Beziehungen in meiner Familie gefördert. Ich sehe einiges jetzt in einem anderen, verzeihenderen Licht.
France, es ist ein Buch, das nicht mit bedrückenden Emotionen des Lesers spielt, sie bewusst heraufbeschwört und sie manipuliert. Solchen Lesestoff mag ich auch nicht.
Lenchen, es ist ein gutes Gefühl, dass ich nicht zu verzeihen brauche, ganz im Gegenteil, ich sehe, wenn ich an die Erzählungen denke, nur Opfer, die viel Schaden erlitten. Ich vertraue Deinem Geschmack. Nachdem ich eben kurz in das Buch hineinlas und mir der Stil sofort zusagte, werde ich mir den Titel notieren. ![]()
France, das freut mich und ich bin mir sicher, dass es dir auch gefallen wird. Es ist keine Allerweltsunterhaltung ...
Der eingestellte Link der Rezession dieses Buches allein erinnert mich an soviel Selbsterlebtem aus der Vergangenheit,
dass ich ganz sicher dieses Buch nicht lesen werde.
Ich habe ganz einfach nicht mehr die Kraft,im Geschriebenen noch einmal mit zu erleben,welchem Leid so unendlich viele Menschen ausgesetzt waren.
Ich kann aber verstehen,dass für alle,die soviel jünger als ich sind,
die also nicht selber miterlebten,was geschehen ist,
Erzählungen,Berichte und sogar authentische Briefe jener Zeit von hohem Interesse sind.
Ich kann auch die Verbindung zu den Grausamkeiten,die immer noch durch Kriege an Menchen,Tieren und Umwelt grausamstes Leid ,Tod und Zerstörung bringen,
nicht verleugnen.
Bitte,versteht meine Einstellung.
Die aus der Vergangenheit geschilderten Grausamkeiten in diesem
und anderen Büchern sind noch existent,
wenn auch--noch--nicht wieder bei uns.
#13 RE: Arno Geiger, Unter der Drachenwand
Ich habe ein weiteres von Arno Geiger geschenkt bekommen und gelesen: Es geht uns gut.
Es spielt in Wien. Der Enkel räumt das geerbte Haus der Großeltern aus und das gibt Anlass zu vielerlei Erinnerungen und Reflexionen über die Zeit vor, während und nach dem 2. Weltkrieg. Eine eher sozialpsychologische Studie.
Hat mir gut gefallen, allerdings hat es mich nicht so rückhaltlos begeistert wie die "Drachenwand".
Wenn es jemand haben will, bitte per pn melden. Ich verschenke es, bei Ebay bekomme ich auch nur 1 Euro. Gebunden mit Schutzumschlag.
#16 RE: Arno Geiger, Unter der Drachenwand
Greta, das ist kaum zu glauben.
Reg doch mal an, dass sie ihn aufnehmen.
Es gibt da noch dieses wunderbare Buch über die Alzheimer-Erkrankung seines Vaters.
"Der alte König in seinem Exil".
Es hat in mir sehr viel Verständnis für meine Mutter und Tante geweckt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_alte_K..._in_seinem_Exil
Das sollten sie auf jeden Fall haben, denn es ist ja auch hilfreich, wenn Angehörige dement werden.
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