Nina George
Nina George, Das Lavendelzimmer
Es geht um den Buchhändler Jean Perdu, der auf seinem Bücherschiff an einer Mole in Paris, der literarischen Apotheke, seine Bücher wie Medizin für die Seele an seine Kunden verkauft.
Weil er einer neu eingezogenen Nachbarin einen Tisch schenken will, öffnet er das seit 20 Jahren verschlossene „Lavendelzimmer“ in seiner Wohnung. In der Tischschublade taucht der Abschiedsbrief seiner ehemaligen Geliebten auf, den er nie gelesen hat.
Es kommt einiges ins Rollen und Jean krempelt sein Leben um.
Mehr möchte ich zum Inhalt jetzt nicht sagen, will euch nicht die Spannung verderben.
Meine Meinung:
Ein wundervolles, zu Herzen gehendes, sehr berührendes Buch. Aber alles andere als Kitsch oder Schmonzette und bloße Unterhaltung schon gar nicht. Im Gegenteil. Voller philosophischer Überlegungen über das Leben, die Liebe, die Angst, den Tod, jedoch nie ausufernd oder dozierend.
Es wird viel auf andere literarische Texte Bezug genommen, Jean als Buchhändler mit großem Wissen.
Ich empfinde das Buch als warm und weich und doch kraftvoll. Dazu tragen sicher der Schreibstil, aber auch die Dialoge, die einen oft schmunzeln lassen, sowie die vielschichtigen Charaktere bei. Immer wieder ein bisschen Spannung und unerwartete Ereignisse.
Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Es wirkt nach.
Eines der wenigen Bücher, die ich sicher nicht verkaufen werde, sondern gerne um mich habe und auch ein zweites Mal lesen werde.
Das mit den Buchtiteln ist mir schon bei anderen Werken aufgefallen. Wahrscheinlich bemühen sie sich um einen, der für die Leser in dem entsprechenden Land verlockend klingt.
Wobei ich der Meinung bin, dass das Wort "Lavendelzimmer" schon einiges an Stimmung rüberbringt, die genau zu dem Buch passt.
Es geht nicht wirklich um den Buchladen (book shop), der eigentlich ein Bücherschiff ist und im Grunde eine literarische Apotheke. Bücher alsTherapie ... (da fällt mir ein, ich hatte doch in meinem letzten Irland-Thread ein Foto drin von einer Buchhandlung mit dem Schild book therapy oder so ...)
Der französische Titel mit dem vergessenen Brief bringt auch keinen Hauch der Atmosphäre rüber, wobei der Brief der Auslöser zur restlichen Handlung ist.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die vielen poetischen Wortschöpfungen, die die Autorin verwendet, in einer Fremsprache auch nicht annähernd so sanft und oft zärtlich oder erstaunlich klingen wie die im Original.
Aber lest das Buch, es ist es wirklich wert! :yes:
Zitat Lenchen:
Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Es wirkt nach.
Eines der wenigen Bücher, die ich sicher nicht verkaufen werde, sondern gerne um mich habe und auch ein zweites Mal lesen werde.
...genau so ist es. Und diese wunderbare Sprache von Nina George.....so in die Tiefe gehend....bei manchen Sätzen habe ich Gänsehaut
Greta, das freut mich sehr, dass du das Buch auch so gerne magst wie ich und es dir so gut gefällt! Danke für die Rückmeldung!
Die Sprache ist wirklich wunderschön und zum Genießen :yes:
France, das ist ein Projekt: Sprachvergleich.
Ich bin mir sicher, dass einiges französisch sehr passend rüberkommt, andererseits sind die poetischen Wortneuschöpfungen der Autorin vielleicht so nicht zu übersetzen und klingen dann holprig ...
Bitte berichte, wenn du dafür Zeit gefunden hast. :thumb:
Ich hatte bis jetzt noch keine Gelegenheit, mich nach dem Buch umzusehen, denn ich stoebere lieber im Buchladen als bei e-bay. Englisch ist eine Geaschaeftssprache, und ich habe Bedenken, ob die Uebersetzung den Sinn genauso erfassen wird, werde es aber vergleichen. Die originale Fassung werde ich mir bei naechster Gelegenheit aus Deutschland mitbringen lassen.
Ich liebe die Buecher von Colette, die ich in deutsch gelesen hatte,besonders die Claudine Serie. Ich kaufte mir dann das englische Buch und konnte mich ueberhaupt nicht hineinlesen. Die englische Sprache ist nicht so blumenreich.
Liebe Grimmie, das befürchte ich auch mit diesem Buch...
Zitat von "Grimmie"
Ich kaufte mir dann das englische Buch und konnte mich ueberhaupt nicht hineinlesen.
Die französische Sprache hat viele Feinheiten und ist nicht umsonst die Diplomatensprache gewesen. Ich habe allerdings grosse Bedenken, was die poetischen Wortneuschöpfungen der Autorin (siehe Lenchen) betrifft.
Ich bin auch gespannt liebe France, wie deine Meinung dann ausfällt.
Ich habe meines ja auch der Bibliothek, sonst hätte ich es dir geschickt, wenn ich fertig bin. :smile:
Ich bin nach wie vor begeistert. Freue mich immer auf mein Bett....denn da wartet ja das Lavendelzimmer.
Grimmie, du hast sicher Recht, aber das Englische ist nicht nur eine Geschäftssprache. Es hat auch eine unnachahmliche Qualität wenn es um Ironie geht. Und da sind einige Stellen im Buch, die mich hellauf lachen ließen. :cheesy:
Aber so eine Stelle wie diese ... hm ... :think:
Max trifft eine ältere Kollegin, die ihn fasziniert. Sie sagt zu ihm:
Zitat:
" 'Ich würde mich wirklich wahnsinnig glücklich schätzen, wenn ich von dem berühmtesten lebenden Schriftsteller unter dreißig heute Abend ein neues Wort geschenkt bekäme. Ja?'
Ihre dunkelblauen Augen funkelten.
Und in Max explodierte in dem geheimen Garten seiner Fantasie eine kleine Samenbombe." Zitat Ende
Ich finde den letzten Satz poetisch, aber in Englisch würde er vielleicht ironisch rüberkommen? A small bomb of seeds exploded in the secret garden of Max's fantasy??? Klingt absolut nicht mehr poetisch :think:
Lenchen, ironisch wuerde ich nicht sagen, eher witzig, vielleicht sogar auch poetisch. Es kommt auch immer auf den Leser drauf an. Ich werde mal aufpassen.
Mein "Buchladen" befindet sich in einer alten Muehle, 3 Stock hoch, voll mit Buechern aller Art, gebraucht und neu. Es ist von mir aus eine Tagesfahrt nach Norden, und der Laden ist nicht jeden Tag auf. Wenn das Wetter warm wird, dann werde ich mich dahin aufmachen.
Ich schrieb es im Quassel-Cafe, dass ich seit gestern Das Lavendelzimmer mein Eigen nenne.
Erst wollte ich ein Kapitel nach dem anderen auf Deutsch und Französisch lesen, aber ich stellte schon nach den ersten Seiten fest, dass es den Lesefluss hemmt und die Philosophie "verloren" geht..., ein Buch wird in einer anderen Sprache anders interessant.
So werde ich mich jetzt nur mit dem Lavendelzimmer befassen und die vergessenen Briefe später lesen.
Mach das liebe France. Später wirst du uns sicherlich die unterschiedlichen Empfindungen beschreiben
Ich habe neulich in einer Zeitschrift gelesen, dass die Ärzte in England ihren depressiven Patienten teilweise schon bestimmte Bücher verschreiben können. Ein Buch lenkt ab und man kommt zur Ruhe.
Da musste ich sofort an das Buch-Apotheken-Schiff denken.
Damit verschwinde ich jetzt im Bett.
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