Papst und Politik

14.05.2015 20:51
avatar  Susi
#1 RE: Papst und Politik
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In die Kirche gehe ich nicht, weil ich Gott in der Natur suche und katholisch bin ich auch nicht.

Aber der Papst Franziskus redet manchmal schon direkt, spontan und ehrlich, das gefällt mir.
Jetzt erst wieder am Montag im Vatikan, als er 7.000 Kinder und Jugendliche empfangen hat. Im Rahmen der italienischen Bildungsinitiative „Fabbrica della pace“ – Friedensfabrik – kamen Grundschulkinder verschiedener ethnischer und sozialer Herkunft in die Audienzhalle, um mit dem Papst über Frieden, Liebe und Gerechtigkeit zu sprechen. Der Papst forderte die Kinder auf, sich dem von ihm angeprangerten System zu widersetzen.

„Warum wollen so viele Regierenden nicht den Frieden? Weil sie vom Krieg leben! Es ist die Waffenindustrie – das ist schwerwiegend! Einige Mächtige verdienen mit der ,Fabrik der Waffen‘, verkaufen Waffen an verfeindete Länder. Das ist die Industrie des Todes.“ Und der Papst riet den Kindern, sich die Welt der Macht, des Geldes und der Interessen, mit der auch sie in Berührung kommen, genau anzusehen: „Wenn wir sehen, dass das Wirtschaftssystem um das Geld kreist, und nicht um die menschliche Person… Man opfert viel und führt Krieg, um das Geld zu verteidigen! Deshalb wollen so viele Menschen keinen Frieden: Sie verdienen mehr mit dem Krieg. Man verdient Geld, aber verliert Leben, Kultur, Erziehung, so viele Dinge.“

Finde ich gut und passend, wenn er sagt: "Frieden ist „kein Industrieprodukt." Radio Vatikan.

„Lachen braucht weniger Energie als ein ernstes Gesicht.“
Anton Gunzinger

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14.05.2015 20:56
avatar  Rika
#2 RE: Papst und Politik
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Das finde ich schon auch gut, was er da sagte. Obwohl ich auch nicht katholisch bin und nicht in die Kirche gehe.
Aber ansonsten komm ich mit der katholischen Kirche nicht klar, auch wenn der Papst mal was Gutes sagt.
Die sollten erst mal in ihren eigenen Gesetzen aufräumen finde ich. Aber das ist ein anderes Thema.

Liebe Grüße, Rika


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14.05.2015 21:04
avatar  Susi
#3 RE: Papst und Politik
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Ist ein anderes Thema, stimmt. Mir gefällt, dass er offen von der Waffenindustrie, den Mächtigen, eigentlich der korrupten Politik spricht, dem Wirtschaftssystem und die Menschen bleiben auf der Strecke.
Momentan gibt es wirklich nicht nur Konflikte, sondern viele richtige Kriege. Wir bekommen davon nur in kleinen Nachrichten alles mit, aber was wirklich dahinter steckt sagen und die Mainstream Medien nicht, sind ja auch Lobbyisten.
Ein Krieg wird ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen angezettelt. Öl, Gasvorkommen usw.

„Lachen braucht weniger Energie als ein ernstes Gesicht.“
Anton Gunzinger

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14.05.2015 21:05
avatar  Rika
#4 RE: Papst und Politik
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Das stimmt. Das finde ich schon auch gut, das er das öffentlich kund tut.

Liebe Grüße, Rika


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14.05.2015 21:16
avatar  Susi
#5 RE: Papst und Politik
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Der heutige Papst kann natürlich nichts für die Vergangenheit, als die Kirche ihre heiligen Kriege geführt haben.
Die Aktienpakete, die sie an unehrenhaften Firmen halten, hielten - sollen angeblich nicht mehr in ihrem Besitz sein, war auch die Waffenindustrie dabei?
Dafür haben sie Hilfsfonds für missbrauchte Opfer.
Und doch hat er ausnahmsweise mal recht und spricht es aus.

„Lachen braucht weniger Energie als ein ernstes Gesicht.“
Anton Gunzinger

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15.05.2015 18:09
avatar  Susi
#6 RE: Papst und Politik
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Und prompt wird der Papst wegen seinen Aussagen kritisiert. Von US-Senator Marco Rubio, der braucht Spendengelder von der US-Waffenlobby, weil er im kommenden Jahr bei der US-Präsidentschaftswahl kandidieren möchte.
Er nennt Franziskus einen Kommunisten.

„Lachen braucht weniger Energie als ein ernstes Gesicht.“
Anton Gunzinger

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15.05.2015 18:30
avatar  Rika
#7 RE: Papst und Politik
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Ja, damit hat er sich bei den Politikern keine Freunde gemacht.

Liebe Grüße, Rika


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15.05.2015 19:42
avatar  Rieke
#8 RE: Papst und Politik
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Papst Franziskus hat meine Sympathie, auch wenn ich inzwischen einer anderen christlichen Religionsgemeinschaft anhören. Er hat schon einiges im Vatikan geändert, was zum Himmel schrie. Auch sein einfacher Lebensstil im Alltag ist nicht so, wie seine Vorgänger es über Jahrhundert von einander übernommen haben. Papst Franziskus dient den Menschen, so wie Jesus es vorgelebt hat - in Liebe, Barmherzigkeit und Demut.

Liebe Grüße Rieke

Freue dich deines Lebens, denn es ist schon später als du denkst.


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20.05.2015 22:27
avatar  ExMitglied ( gelöscht )
#9 RE: Papst und Politik
Ex
ExMitglied ( gelöscht )

Zitat von Susi
Der heutige Papst kann natürlich nichts für die Vergangenheit, als die Kirche ihre heiligen Kriege geführt haben.


Ja, das ist ein schweres Erbe der kath. Kirche. Überhaupt haben es auch moderne Päpste schwer, gegen Traditionen vor zu gehen, die oft auf ein längst vergangenes biblisches Weltbild gründen. So z. B. die Rolle der Frauen in der Kirche, ihre immer noch Zweitklassigkeit und nur dienende Funktion.
Was ein Papst überhaupt gegen verknöcherte Kardinäle zu melden hat, bleibt hinter den Mauern des Vatikans verborgen. Immerhin sprach Franziskus mal einen deutlichen Tadel gegen diese Kirchenoberen aus und auch gegen die sexuellen Missbräuche von Priestern, die bisher unter den Teppich gekehrt wurden, will er richtig angehen oder tut es schon. Immerhin ein Anfang. Und da der Vatikan ein Staat ist, darf ein Papst auch Politik machen. Allerdings möchte ich nicht, dass er sich in staatliche Angelegenheiten meines Landes einmischt. (Dies tut z. B. gerade aktuell hier in Schleswig-Holstein die evangelische Kirche mit ihrer Forderung, den Gottesbezug in das Landesgesetz einzubringen. Wieder ein anderes Thema.)

Ansonsten sehe ich im Papsttum keineswegs die Nachfolge Christi, sondern einen gewaltigen Machtapparat mit immensem Reichtum. Also genau das Gegenteil von dem, was Jesus forderte. Er wollte nicht die, welche von Wasser predigen, aber Wein trinken. Dies sieht Franziskus vielleicht ebenso, aber Worte genügen nicht, um Änderungen herbei zu führen, ähnliche Mahnworte haben schon einige Päpste ausgesprochen. Auch schwindet der Einfluss der Kirchen zumindest in Europa zunehmend und damit ihre Rolle als moralische Institution.


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